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Richtig lernen, aber wie?

maedchen_lernen © archiv

Hier findest du wichtige Tipps, die dir das Lernen erleichtern...

1. Plane dein Lernen.

Bist du auch schon öfter vor den Heften gesessen und wusstest nicht so recht, wie und wo du eigentlich anfangen sollst.? Da hilft nur eins: Lernen muss sinnvoll geplant werden!

Lernstoff ist besser zu bewältigen, wenn das "Timing" stimmt. Dies gilt vor allem für das Lernen vor Schularbeiten. Der „Trick“: du erstellst dir einen Lernplan. Klingt mühsam, aber du wirst sehen, dass er dein Schulleben beträchtlich vereinfacht. Du hast fixe Lernzeiten, an die du dich natürlich auch halten musst, aber du hast auch genügend Freizeit, die du ohne schlechtes Gewissen genießen kannst.

Der Monats- und Wochenplan

  • Trage dir immer alle bekannten Prüfungs- und Schularbeitentermine in deinen Kalender ein.
  • Überlege dir, wir lange du jeweils für das Lernen und Wiederholen des Stoffes brauchen wirst. Überfordere dich dabei nicht.
  • Überlege dir: - Was muss ich lernen? - Wie viel Zeit habe ich? - Wann habe ich Zeit?
  • Teile den Lernstoff in kleine Portionen und verteile ihn auf verschiedene Tage.
  • Suchen dir deinen eigenen Rhythmus. Jeder Mensch ist anders: Manche lernen besser am Nachmittag, andere am Abend.
  • Halte dich an deine Lerntermine!
  • Trage auch jene Zeiten bzw. Tage ein, an denen du nicht lernen möchtest und Zeit für dich und deine Hobbys einplanst.

Der Tagesplan

  • Im Tagesplan teilst du den Stoff in „kleine Häppchen“ auf.
  • Plane auch genügend Pausen ein!
  • Wenn du eine Aufgabe in deinem Plan erledigt hast, kannst du sie abhaken. Das gibt ein gutes Gefühl.

2. Der richtige Lernplatz ist wichtig.

Ein gut geordneter und übersichtlicher Arbeitsplatz ist sehr wichtig für das Lernen. Im "kreativen Chaos", das auf vielen Schreibtischen herrscht, kann so manche Unterlage hoffnungslos verschwinden und die Fülle an Material kann uns schnell überfordern.
  • Halte Ordnung am Arbeitsplatz!
  • Räume vorher deinen Schreibtisch komplett frei und leg nur die Bücher und Materialien darauf, die wichtig sind und die du fürs Lernen brauchst!
  • Dein Werkzeug sollte immer griffbereit sein (Bleistift, Radiergummi, Buntstifte, Schere, Klebstoff, Füllfeder, Kugelschreiber, Locher, Wörterbücher, Lineal, Spitzer ...)
  • Achte auf gute Beleuchtung! Versuche möglichst bei Tageslicht zu lernen oder besorge dir eine gute Lampe, deren Licht hell genug, aber nicht zu grell ist.
  • Schreibtisch und Sessel sollten auf deine Körpergröße abgestimmt sein.
  • Wer lernt braucht frische Luft: Damit du dich konzentrieren kannst, brauchst du Sauerstoff. Lerne bei geöffnetem Fenster oder lüfte regelmäßig!
  • Ideal ist ein fixer Arbeitsplatz. Er hilft, Gewohnheiten zu schaffen, die den Körper, unser Denken und Empfinden auf Lernen einstellen (steht natürlich nicht immer zur Verfügung).

3. Störquellen ausschalten!

Du sitzt gerade ganz vertieft über deinem Mathematikbuch, da klingelt das Handy – deine Freundin ist dran und berichtet dir über ihren neuen Schwarm ... Nach dem Gespräch bist mit deinen Gedanken nicht mehr bei der Sache und hast du gar keine Lust mehr auf Mathe.
Ablenkung ist „Gift“ für unsere grauen Zellen – also sorge dafür, dass du beim Lernen nicht gestört wirst:
  • Sorge dafür, dass du für die Zeit des Lernen möglichst ungestört bist.
  • Schalte dein Handy ab oder ziehe den Telefonstecker aus der Dose!
  • Sagen auch deinen Eltern oder Geschwistern, dass du in Ruhe lernen möchtest.
  • Am besten lernst du alleine in einem abgeschlossenen Raum.
  • Falls Sie zu Hause nicht ungestört sein kannst, könntest du auch einen anderen ruhigen Ort aufsuchen z.B. eine Bibliothek.
  • Die meisten Menschen können sich bei akustischer Beschallung schlechter konzentrieren – für die gilt: Radio ausschalten! Manche Menschen schwören auf Lernen bei Musik. Wenn du das Gefühl hast, dass du dich dabei konzentrieren kannst, gibt es nichts dagegen einzuwenden.

4. Bringe Struktur in deinen Lernstoff.

Oft machen wir den Fehler, dass wir zu viele Dinge auf einmal beginnen: Mal hier ein Heft aufgeschlagen oder mal dort kurz reingelesen. Halb fertige Hausübungen stapeln sich am Schreibtisch, wir kriegen die Panik, dass sich das alles nicht ausgehen kann und machen deshalb drei Sachen gleichzeitig. Dabei ist alles nur eine Frage der Einteilung:
  • Teile den Lernstoff des Tages in „kleine Happen“ auf. Schreibe dir dazu einen Schmierzettel, wo du dir die wichtigsten Punkte notierst. Dieses Prinzip kannst du auch bei Hausübungen anwenden.
  • Beginne mit einen leichteren Lernstoff, der dich am meisten interessiert. Wie ein Motor braucht auch dein Gehirn eine Aufwärmphase, bis es Höchstleistungen bringt.
  • In der Anwärmzeit leichte, interessierende Aufgaben, in der mittleren Phase die schwierigeren Aufgaben, am Schluss nochmals eine etwas härtere Nuss (Endspurt).
  • Hast du einen Punkt erledigt, streiche ihn auf deinem Zettel durch. Dadurch behältst du den Überblick und hast kleine Erfolgserlebnisse.

5. So kannst du dir Dinge besser merken.

„Ich habe stundenlang gelernt, und trotzdem ist mir bei der Prüfung nichts mehr eingefallen ...“ Kommt dir der Satz bekannt vor? Hier ein paar Tipps, wie du dein Gedächtnis auf Trapp bringst:

Aufwärmen:

Wie schon in Punkt 4 beschrieben, solltest du beim Lernen bzw. bei deiner Hausübung mit einer leichten Aufgabe beginnen. So kommt dein Gedächtnis auf Touren.

Verwende möglichst viele unterschiedliche Lernwege:

Lesen, Hören, Sehen. Je häufiger du beim Lernen damit wechselst, je weniger ermüdest du. Wenn du beim Lernen für ein Fach alle Lernwege einsetzt, freut sich dein Gedächtnis.
Beispiel:
  • Lies dir den Text durch, den du lernen musst.
  • Unterstreiche die wichtigsten Passagen oder Wörter oder mache dir Skizzen und Grafiken.
  • Versuche die einzelnen Absätze für dich laut zusammenzufassen und schaue dabei so wenig wie möglich auf den Zettel oder ins Buch.

Vermeide ähnliche Lernstoffe hintereinander zu lernen.

Beschäftige dich nicht zu lange mit dem selben Stoff, sondern mache eine Pause oder schiebe ein anderes Fach dazwischen! Lerne ähnliche Fächer nicht hintereinander: Wenn du zum Beispiel zuerst englische Vokabel gelernt hast, solltest du nicht gleich danach französische Vokabel wiederholen. Das kann nämlich zur Folge haben, dass das Informationsmaterial durcheinander gerät. Beim Abrufen und Erinnern wird dann einiges verwechselt.

Beim Lernen können sich nämlich Informationen, die kurz hintereinander ins Gehirn aufgenommen werden, nicht nur gegenseitig verstärken, sondern auch, wenn sie sehr ähnlich sind, gegenseitig auslöschen. Also bringe einfach zwischen Englisch und Französisch die Mathematik-Hausübung unter

Baue Eselsbrücken.

Wer kennt das nicht: Wir können uns etwas nicht merken, obwohl wir es eigentlich verstehen und begreifen. Da hilft nur eines: Eselsbrücken zu bauen.

Eselsbrücken sind Merkhilfen.

Das Geheimnis liegt darin, dass sich das Gehirn Dinge leichter merkt, die es mit anderen, bereits bekannten Inhalten verbinden kann. z.B.: Ich möchte mir merken, dass man Waisenkind mit ai schreibt. Als Eselbrücke erfinde ich eine kurze Geschichte: „Ein Waisenkind sitzt am Kai und isst Maisbrot, vom Duft angelockt kommt ein Hai ...“ Eine ziemlich absurde Geschichte zwar, aber die vielen „ai“s helfen mir, die richtige Schreibweise von Waisenkind in meinem Gedächtnis zu speichern.

Auch Merksätzchen helfen uns beim Merken: Ein paar Beispiele:

  • Wer nämlich mit h schreibt ist dämlich.
  • He, she, it - ein "s" muß mit. (3. Person Singular in Simple Present)
  • 753 - Rom schlüpft aus dem Ei
  • Brigach und Breg bringen die Donau zu Weg
  • Namen der Notenlinien: Es Geht Hurtig Durch Fleiß

6. So steigerst du deine Konzentrationsfähigkeit und deinen Lernerfolg.

Du versuchst zu lernen, aber deine Gedanken schweifen ab. Plötzlich ist der Geschichte-Test in weite Ferne gerückt und die Geburtstagsparty deines Freundes spukt in deinem Kopf herum. Wie schaffst du es, dich zu konzentrieren? Hier ein paar Tipps:
  • Mach nicht mehrere Dinge auf einmal! Konzentration heißt, bei einer Sache zu bleiben.
  • Tempomotivation: Setze dir Zeitlimits zum Erledigen bestimmter Aufgaben (Uhrzeit aufschreiben). Danach planst du eine Pause ein. Du bist motiviert, die Aufgabe in der vorgegebenen Zeit zu erledigen und hast dann Zeit, über andere Dinge nachzudenken.
  • Störreize wegschalten (Handy, Fernseher, Musik, Schreibtisch frei räumen ...).
  • Persönliche Probleme stören die Konzentration. Dabei hilft aber leider nur die Problemlösung.
  • Trenne Wichtiges vom Unwichtigen, verzettle dich nicht!
  • Was interessiert, lernt und merkt man sich am leichtesten. Gehe positiv an das Stoffgebiet heran – dadurch lernst du schneller und effektiver.
  • Glaub an deine Fähigkeiten! Wenn du etwas schaffst, dann war es deine Leistung und nicht irgendein Zufall.
  • Lernen in der Gruppe motiviert! Wenn dir allein Lernen keinen Spaß macht, dann lerne mit Klassenkameraden oder such dir ein gutes Lerninstitut!

7. Belohne dich selber!

Wer viel arbeitet, der hat sich auch eine Belohnung verdient.
  • Du kannst dich an jedem Lerntag mit kleinen Dingen belohnen. z. B. besuchst du, nach getaner Arbeit deine beste Freunde, drehst eine Runde mit dem Rad oder beschäftigst dich mit deinen Haustieren.
  • Nach bestandener Prüfung kann es auch eine „größere“ Belohung sein: z. B. ein Kinobesuch mit einem Freund ...
  • Setze die Belohnung vor dem Lernstart fest – das motiviert.
  • Durch dieses Belohnungssystem sollte aber auch kein Druck entstehen: „Nur wenn ich auf diese Schularbeit eine gute Note bekommen, dann ...“ Es sollte nicht unbedingt die Note belohnt werden, sondern die Arbeit.

8. Vergiss die Pausen nicht!

Es bringt nichts, stundenlang über Büchern zu hängen und zu verzweifeln. Wir können uns nur über einen gewissen Zeitraum konzentrieren. Pausen sind also keine verlorene Zeit – ganz im Gegenteil:
  • Wenn du deinen Tagesplan erstellst, vergiss nicht genügend Pausen einzuplanen.
  • Wie oft du eine Pause machen sollst, hängt von dir selber ab – aber so ca. jede Stunde solltest du eine Pause von fünf bis zehn Minuten machen.
  • Gehe in der Pause nach draußen, bewege dich ein wenig (Strecke dich durch oder mach ein paar Dehnungsübungen) und atme frische Luft. Oder entspanne dich mit geschlossenen Augen. Mache einfach das, was dir gut tut.
  • Besser mehrere kurze Pausen als eine lange.
  • Wenn du sehr müde bist, hilft ein kurzer Spaziergang im Freien.
  • Mit Kaffee solltest du sparsam umgehen. Auch schwarzer Tee hat eine belebende Wirkung.
  • Nach der Pause wirst du merken, dass dir das Lernen wieder leichter fällt.

9. Wiederholen ist genauso wichtig wie lernen!

Das menschliche Gehirn ist keine Festplatte. In unserem Speichersystem werden nicht einfach beliebig lange Zeichen- oder Datenketten abgelegt, sondern nach vielen Kriterien geordnete Information.

Ein gewisser Herr Ebbinghaus hat sich bereits um 1885 mit Lernen und Vergessen beschäftigt. Er stellte fest, dass nach dem ersten mühsamen Erlernen eines Gedichtes dieses dann leider noch nicht auf Dauer im Gehirn gespeichert ist.
Im Gegenteil: Prüft man es etwa nach einer Stunde, ist im Durchschnitt etwa die Hälfte wieder verschwunden. Jeder neue, frisch eingeprägte Inhalt versickert schnell zwischen unseren Gehirnwindungen. Und das geht immer so weiter. Zwar wird die Kurve mit der Zeit etwas flacher, doch bleibt im Durchschnitt tatsächlich nicht mehr als etwa ein Fünftel im Gedächtnis hängen.
Dieses natürliche "Fluchtverhalten" frisch gelernter Inhalte ist aus vielen alltäglichen Lernsituationen bekannt. Wie lässt sich das verhindern? Durch wiederholen!
  • Plane in deinem Lernplan auch Wiederholungsphasen ein.
  • Je mehr Stoff du lernen musst, desto länger musst du wiederholen.
  • Viele kleine Wiederholungen sind wirksamer als eine große Wiederholung.

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