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Mobbing - wenn die Schule zur Hölle wird

junge_allein © archiv

Gibt es in deiner Klasse Schüler/-nnen, die gehänselt werden? Warst du selber schon einmal Mobbing-Opfer? Poste deine Erfahrungen ins Forum!

Lisa, igitt, das "kleine, dicke Schweinchen" aus der zweiten Reihe. Axel, der "Warmduscher", neben dem will sowieso keiner sitzen. Maria, die "Streberin", gleich vorn beim Lehrertisch. Robert, der "Prolo" in der Fensterreihe ...

Kommt euch das bekannt vor? Habt ihr auch so einen, nennen wir ihn "Außenseiter", in eurer Klasse? Einen (oder eine), den man ein bisschen öfter auf der Schaufel hat als die anderen, den man ein bisschen länger untertaucht im Schwimmbad. Einer jedenfalls, der irgendwie anders ist als die anderen ...?

So einer und so eine

Oft ist "so einer", sofern es ein Bursch ist, vor allem in zwei Dingen nicht besonders gut: beim Kicken und beim Raufen. Oft ist "so eine", wenn sie ein Mädchen ist, vor allem in zwei Dingen gut: beim Heulen und beim Petzen ...

Ein alter Hut, werden eure Eltern sagen. Die sind in ihrer Schulzeit auch durch so etwas gegangen. Wenn sie Glück hatten, auf der Seite der Mehrheit, wenn sie Pech hatten ... Fragt sie doch einmal danach! Oder fragt eure Lehrer. Und glaubt mir eines: Im Lehrerzimmer sieht es nicht viel besser aus als in den Klassenzimmern ...

"Mobbing" nennt man es seit den 90er Jahren, wenn mehrere Personen versuchen, eine einzelne Person zu vergraulen, zu verekeln, ja, am liebsten wegzuekeln. Es ist ein Begriff aus der Erwachsenenwelt. Genauso wie das Wort "Bossing". Da ist es der Boss, also ein Chef, der eine einzelne Person wegekeln will.

In der Klasse fängt es an

Was neu ist: Vor kurzer Zeit hat die Mobbing-Forschung das Klassenzimmer als die Brutstätte von Mobbing entdeckt. Das bedeutet: Die Erwachsenen haben das Mobben und Bossen schon als Schüler gelernt. In der Schule. Und manche Lehrer schauen tatenlos zu. Manche tun sogar mit ...! In der Klasse geschieht das Mobbing wie in der Erwachsenenwelt ... - durch Kränken (siehe Lisa, ganz am Anfang), - durch Provozieren ("Nimm doch morgen jedem von uns einen Tausender mit, wenn deine Eltern so viel verdienen, wie du tust!"), - durch Lügen ("Axel hat Jennifer die CD gestohlen!"), - durch das Verbreiten von Gerüchten ("Der Robert ist schwul!").

Weinen, fehlen, versagen

Wie auf den Arbeitsplätzen der Erwachsenenwelt denkt man auch in den Klassenzimmern zu wenig an die Folgen von solchem Verhalten. Einfach gesagt: Die Opfer werden krank! Oft erst nach Jahren. Oft im Geheimen. Meistens mit Schäden, die nie wieder vergehen ... Irgendwann fällt einem mitfühlenden Freund oder Lehrer dann auf, dass Lisa "bei jeder Kleinigkeit weint", dass Axel "dauernd fehlt", dass Maria "heuer fünf Kilo weniger hat als im Vorjahr" und dass Robert "nur noch Nicht genügend schreibt".

Das Opfer ist beteiligt

Die Psychologin Jutta Brück behauptet sogar: "Mobbing ist ein kriminelles Verhalten, das genauso bestraft werden sollte wie das Brechen eines Arms." Aber noch etwas sagt sie: Schuld ist auch das Opfer! Gemobbte machen tatsächlich Fehler.
Warum kriecht Axel denn wirklich jedem Lehrer in den ...? Warum verpfeift Lisa sogar ihre beste Freundin? Würde Robert endlich etwas lernen, bekäme er nicht ....

Gemobbt kann nur werden, wer sich mobben lässt. Das sagt auch der Arzt Wolf Bündig, der in München eine Klinik für Gemobbte leitet: "Nicht Kränkung macht krank, sondern Kränkbarkeit", sagt er. "Jeder kann sich dem Mobbing entziehen, wenn er will." Ein starker Spruch.

Sag das der dicken Lisa ...

Doch Bündig begründet: "Mobbing-Opfer können mit Angst nicht umgehen, sie erkennen die Gefahr nicht. Sie bleiben zu lange in der unangenehmen Situation. Sie können zwischen Versagen und Verlieren nicht unterscheiden."

Was heißt das denn nun wieder? - Bündig: "Man sollte erkennen, wann man verloren hat: dass man der Sündenbock geworden ist. Das liegt nicht an einem selbst, sondern am System. Jede Gruppe braucht einen Sündenbock. Aber man ist deswegen kein Versager." "In einer anderen Gruppe oder Klasse könnte dieselbe Person mit demselben Verhalten zu den Beliebtesten gehören."

Was tun gegen Mobbing?

Wer das Gefühl hat, gemobbt zu werden, sollte unbedingt darüber sprechen (mit Eltern, Lehrern, Mitschülern). Auf Kränkungen, Provokationen und Unterstellungen so cool wie möglich reagieren. Sich nicht(!) in die Verteidigung drängen lassen! Wenn gar nichts geht: Ein Klassen- oder Schulwechsel ist eine Notmaßnahme, die aber Wunder wirken kann.

Kränkung macht krank: Was sich im Körper abspielt.

Durch die nervliche Belastung baut sich im "gemobbten"Menschen Spannung auf, daneben führen die täglichen Feindseligkeiten zu Stress. Bauchweh, Kopfweh, Fieberblasen, Schlaflosigkeit, Bluthochdruck, Herzbeschwerden sind die Folge.

Mobbing in deiner Schule?

  • Gibt es in deiner Schule oder in deiner Klasse auch SchülerInnen, die gemobbt werden?
  • Warst du selber schon einmal Mobbing-Opfer?
  • Was können Betroffene tun?

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