Der alte Indianer
Ein alter Indianer sitzt am Feuer - wie könnte die Geschichte weitergehen? Die 2b der Hauptschule Andorf hat sich dazu Gedanken gemacht. Zwei Geschichten könnt ihr hier nachlesen!
Der alte Indianer
Die Sonne ist schon lange untergegangen und ein alter Indianer sitzt mit seinem Urenkel am Lagerfeuer. Sie beobachten die knisternden Flammen. „Woran denkst du gerade?“, fragt der kleine Indianerjunge neugierig. „Ach, weißt du, ich habe gerade daran gedacht, was ich in meinem Leben schon alles erlebt habe.“ Und der alte Indianer beginnt zu erzählen…„Vor langer, langer Zeit, als ich noch jung und kräftig war, ritt ich mit meiner Gruppe in die Stadt, wo wir eine Postkutsche überfallen wollten. Sobald wir das Gefährt mit wertvollem Inhalt sahen, wollten wir zuschnappen. Aber da sah ich plötzlich eine wundervolle und sehr hübsche Frau aus einem Laden gehen. Mein Herz klopfte bis zum Hals, so gefiel mir dieses Wesen. Während die anderen die Postkutsche überfielen, stieg ich vom Pferd ab und wollte die junge Dame ansprechen, doch sie war plötzlich weg.
Als wir dann wieder nach Hause ritten, brachte ich das Mädchen nicht mehr aus dem Kopf. Ich sagte zu mir: „Du bist so dumm, wieso hast du sie nicht gleich angesprochen?“ Am nächsten Tag ritt ich alleine in die Stadt, um die wunderschöne Frau zu finden. Und da kam sie wieder aus dem Laden! Aber diesmal sprach ich sie sofort an und fragte, wie sie hieß. Sie antwortete: „Ich heiße Sue, und du?“ Schnell sagte ich: „Ich heiße Großer Bär.“ Dann war ich auch schon wieder sprachlos und fasste es nicht, dass ich wirklich mit ihr gesprochen hatte. Kurz darauf wurde ich neugierig und fragte: „Arbeitest du hier?“ „Nicht direkt“, antwortete sie. Täglich trafen wir uns dann zwei Jahre lang an unserem Geheimplatz, der in einer Höhle am Fluss lag, bis mich Sue eines Tages fragte, ob ich sie heiraten möchte. Das kam ganz spontan und ich musste eine Zeitlang überlegen. Zum Schluss sagte ich aber ja zu ihr. Wir freuten uns sehr und ich erzählte voller Stolz meinen Freunden von der Hochzeit. Sie freuten sich für mich und organisierten beim nächsten Vollmond eine kleine Hochzeitsfeier für uns. Wir tanzten und sangen die ganze Nacht bis zum Morgengrauen.
Am nächsten Tag verließen wir die Stadt, um wo anders ein neues Leben anzufangen. Wir waren sehr glücklich zusammen und bekamen fünf Kinder. Eines davon war dein Opa. Und jetzt wünsche ich dir, dass du auch so eine wunderbare Frau wie ich findest“, beendet der alte Indianer seine Erzählung. Müde löschten sie dann das Lagerfeuer und gingen zu Bett.
(geschrieben von Manuel Ratzenberger, Hauptschule Andorf, 2b)
Der alte Indianer
Die Sonne ist schon lange untergegangen und ein alter Indianer sitzt mit seinem Urenkel am Lagerfeuer. Sie beobachten die knisternden Flammen. „Woran denkst du gerade?“, fragt der kleine Indianerjunge neugierig. „Ach, weißt du, ich habe gerade daran gedacht, was ich in meinem Leben schon alles erlebt habe.“ Und der alte Indianer beginnt zu erzählen…„Vor 50 Jahren wurde mein Stamm von den Sioux angegriffen. Sie griffen von Nordost an und wollten uns überfallen, doch ein Wächter namens „Adlerauge“ sah die feindlichen Angreifer und schlug mit der „Bim-Bum-Glocke“ Alarm. Es waren 150 Männer unter dem Häuptling „Bärengesicht“.
Der Sioux-Stamm war uns zahlenmäßig unterlegen, doch die Krieger waren viel besser ausgerüstet als wir. Die Männer unseres Stammes machten sich zum Kampf bereit. Wir richteten unsere Pfeile auf die Gegner, doch in dem Moment schoss einer nach dem anderen von unseren Gegnern auf uns. Ein Pfeil raste neben mir vorbei und ich schoss gleich darauf einen Pfeil zurück, der einen Sioux direkt ins Herz traf. Er stürzte sofort nieder. Ich war in einer geschützten Position, aber das Jammern der Verletzten war trotzdem nicht zu überhören und die Sioux zogen sich deshalb auch nicht zurück. Der blutige Machtkampf ging weiter.
Viele lagen schwer verletzt am Boden, doch niemand von uns traute sich, ihnen zu helfen. Kurz vor Ende des Kampfes tauchte neben mir „Weiße Feder“ auf, den es ebenfalls getroffen hatte. Ich rannte an den am Boden Liegenden vorbei, nahm ihn bei den Armen und zog ihn zu einem sicheren Platz. Die restlichen Männer des Stammes der Sioux zogen kurze Zeit später ab, während wir alle mithalfen, die Verletzten zu bergen. Die Toten aber beerdigten wir sofort, damit keine Seuche ausbrechen konnte.
Neben unserem Lager war ein großer Fels, auf den wir alle schrieben, die bei diesem Kampf ihr Leben gelassen hatten. Mein bester Freund, „Schlauer Fuchs“ stand als Letzter auf diesem Stein. Auch er war an den schweren Folgen des Krieges gestorben, was besonders mich sehr traurig machte.
Nun, mein lieber Urenkel, möchte ich dir einen weisen Rat geben: Mache es so, wie mein Großvater mir erzählt hat: Manchmal fühlen wir uns, als ob zwei Wölfe in unserem Herzen kämpfen würden. Einer der beiden Wölfe ist grausam und aggressiv, der andere hingegen ist liebevoll und gut. Achte immer darauf, dass der liebevolle, gute Wolf in unserem Herz gewinnt, damit wir Frieden haben!“
„Das werde ich“, versprach der kleine Indianerjunge und drückte sich fest an seinen alten, weisen Urgroßvater.
(geschrieben von Stefan Hosner, Hauptschule Andorf, 2b)
