Benutze die Hilfslinks zum Navigieren in diesem barrierefreien Dokument.

Eine wunderschöne und nicht eitle Prinzessin

Maerchentext ©
Der Schwerpunkt im Deutsch-Unterricht der 1b der Neuen Mittelschule Graz-St.Peter waren "Märchen". Das Märchen, das Annalisa dafür geschrieben hat, könnt ihr hier nachlesen.
Es waren einmal drei mutige Mädchen, die wollten die Welt kennen lernen. Eines Tages sagten sie daher zu ihren Eltern: „Mutter, Vater, wir werden in die Welt ziehen, um unser Glück zu suchen.“ „Aber Elisha, vergiss nicht“, meinte der Vater, „wir haben kein Geld, ihr müsst euch also selbst versorgen.“ „Ich glaube, das schaffen diese Gören“, jauchzte die Stiefmutter. Aber insgeheim hoffte sie, dass die Mädchen den Tod finden würden, denn sie hasste Elisha, die klüger und weiser war als sie. Auch Katlin, deren Schwester, mochte sie nicht, denn diese war hübsch und fromm. Aber vor allem hasste sie Rosen, denn Rosen hatte so weiche Haut wie Rosenblätter, seidige, blonde, lange, von Natur aus ein wenig gelockte Haare und eine Stimme wie die Nachtigall. Jedesmal, wenn diese Frau Rosen sah, wurde sie grün, ja sogar blau vor Neid. Aber auch Elisha und Katlin verabscheute sie. „Ich glaube, ihr solltet so schnell wie möglich aufbrechen und euer Glück versuchen“, verspottete die Stiefmutter die drei Mädchen. Diese, vor allem Rosen, mussten solche Kommentare immer wieder hinunter schlucken, denn wenn sie sich ihrer Stiefmutter widersetzten, mussten sie drei Tage lang für den eitelsten Mann der Welt arbeiten: Schuhe putzen, kochen (was sehr schwierig war, denn der Mann war nie zufrieden), Stall ausmisten, den unendlich langen Hof kehren und seine noch eitlere Frau von vorne bis hinten bedienen. Aber immerhin hatten sie so Eliat, die Tochter dieser Frau, kennengelernt und eine neue Freundin lieb gewonnen. Als Eliat davon erfuhr, dass die Freundinnen aufbrechen wollten, fragte sie sofort, ob sie nicht mitkommen könne. Die Mädchen waren davon begeistert, aber Eliats Mutter hatte so ihre Zweifel. Bald jedoch willigte sie ein.

Nach einigen Tagen brachen die jetzt vier Mädchen auf in die Welt. Nach einer dreißig Tage langen Wanderung erreichten sie das Nachbarskönigreich Groß Lodiwu. Dort suchte Elisha auf dem Markt nach billigem Essen, denn sie hatten nicht sehr viel Geld bei sich. Katlin bewunderte in der Zwischenzeit eine Gräfin, die ein so schönes Kleid trug, dass es in den Augen weh tat. Rosen und Eliat gingen ein wenig auf dem Marktplatz umher und beobachteten die Leute. Auf einmal ertönten Trompetentöne und ein Soldat rief über den Lärm hinweg: „Hört! Hört! Der Königssohn Prinz Eduard sucht eine Frau, egal ob Bäuerin, Magd oder Gräfin. Prinzessinnen dürfen es natürlich auch sein!“ Da brach plötzlich großer Wirbel auf dem Marktplatz aus, alle schrien durcheinander. „Rosen, das wäre doch etwas für dich! Du bist hübsch, klug, gebildet und vor allem nicht eitel“, meinte Eliat. „Nein, ach, ich weiß nicht.“ „Aber du hast es doch gehört, sogar Bäuerinnen dürfen es sein.“ „Ich könnte es ja einmal probieren“, gab Rosen nach. Ihre Schwestern wussten, dass Rosen es verdient hätte, glücklich zu sein, denn sie hatte immer am meisten die Verachtung der Stiefmutter ertragen müssen. Sie suchten das schönste Kleid aus ihrem Koffer, und am nächsten Tag brachen sie auf zum Königsschloss.

Als sie dort ankamen, war da schon eine riesige Menschenschlange. Sie konnten es nicht fassen, dass die meisten Mädchen, die aus dem Schloss herauskamen, wunderhübsch waren aber tränenüberströmt. „Was muss das für ein eitler Prinz sein“, dachte Rosen. So als hätten die drei anderen Mädchen sie hören können, sagten sie wie aus einem Munde: „Das schaffst du schon!“ Als Rosen nach langer Zeit endlich zum Prinzen hineingehen durfte, schaute sie jedoch in kein eitles Gesicht, sondern da stand ein fröhlicher, gut aussehender, junger Mann. Und der rief sogleich: „Das ist das Mädchen, das ich gesucht habe!“ Dann erblickte er die drei anderen Mädchen, lächelte und sprach: „Und für deine Freundinnen habe ich noch drei Brüder.“

Nach einigen Tagen wurde eine märchenhafte Hochzeit gefeiert und alle Menschen im Königreich freuten sich. Rosen und der Prinz waren ein wunderschönes Paar und sie lebten glücklich bis an das Ende ihrer Tage.

Annalisa Schober

Diskussionforum: Eine wunderschöne und nicht eitle Prinzessin

zum Forum

Artikel Antworten Letzte Antwort
wow 0 09.07.2009, Magda-we

zurück

Metanavigation