Benutze die Hilfslinks zum Navigieren in diesem barrierefreien Dokument.

Typisch männlich, typisch weiblich

Fußball © Shutterstock
Jungs dürfen nicht weinen – das machen nur Mädchen. Alles Blödsinn! Wer sagt, dass Jungs nicht mit Puppen und Mädchen nicht Fußball spielen dürfen? Poste deine Meinung dazu ins Forum!

Pubertät – auf dem Weg vom Kind zur Frau und zum Mann

Wenn Kinder zu Jugendlichen werden, sollen sie sich plötzlich wie „richtige“ Männer und „richtige“ Frauen benehmen. Es erfordert aber manchmal ganz schön viel Übung, bis es gelingt, die Haarmähne schwungvoll über die Schulter zu werfen. Und bevor man mit seinem männlichen breitbeinigen Cowboy-Gang die anderen beeindruckt, sorgt man womöglich zuvor unfreiwillig für Belustigung.
Was tun aber die Jugendlichen, die – zumindest in den Augen der anderen – nicht ausreichend weiblich oder männlich sind?

Der richtige Mann, die richtige Frau – abhängig von der Zeit?

Die Vorstellungen, wie Frauen und Männer zu sein haben, haben sich im Laufe der Geschichte immer wieder verändert. Lange Zeit war man der Meinung, dass Männer intelligenter wären als Frauen. Seit auch Frauen höhere Schulen besuchen dürfen, haben sie bewiesen, dass dieses Vorurteil keineswegs stimmt. Trotzdem hält sich die Ansicht hartnäckig, dass Frauen die Gefühlvollen und Männer die Vernünftigen sind. So kommt es, dass man sensible Buben, die ihre Traurigkeit offen zeigen, für Schwächlinge hält. Andere Buben sind ganz bestimmt auch manchmal niedergeschlagen. Vor den anderen reißen sie sich aber zusammen. Erst daheim schluchzen sie dann in den Kopfpolster hinein.

Mut zum Eigensinn!

Wer zu seinen Gefühlen steht, beweist Mut. Besonders dann, wenn er damit von der Mehrheit abweicht. Manche Mädchen spielen lieber Fußball anstatt mit Puppen, und manche Buben entwickeln eine Leidenschaft für „Mädchenspiele“.
Dass Frauen am Fußballplatz durchaus eine gute Figur machen, hat uns die letzte Frauen-Fußball- Weltmeisterschaft vor Augen geführt. Viele bekannte Modeschöpfer sind Männer. Wahrscheinlich haben auch sie als Kinder schon gerne die Garderobe für ihre Puppen entworfen.
Burschikose Mädchen und sanfte Buben gehen den Mitschülern mit gutem Vorbild voran. Sie machen auch anderen Hoffnung, dass man sich gegen den Gruppendruck durchsetzen kann, wenn man an sich selber glaubt.

Selbstbehauptung trotz Gruppendruck

Die anderen machen es einem aber nicht immer leicht, zu sich selbst zu stehen. Mädchen und Buben schließen sich zu Cliquen zusammen, in denen oft strenge Regeln gelten. Wer sich nicht daran hält, dem droht der Ausschluss.
Mädchen, die sich noch nicht für Buben interessieren, werden als kindisch abgestempelt. In Bubengruppen ist plötzlich kein Platz mehr für ein Mädchen, auch wenn sie gar keine Tussi ist. Man will ungestört unter sich sein und beweisen, dass man den Mädchen haushoch überlegen ist.
Ausgeschlossen zu werden, tut weh. Manchmal lohnt es sich, um die alten Freundschaften zu kämpfen. Wenn es nicht gelingt, so hilft nur der Blick nach vorne. In der Klasse gibt es bestimmt auch andere Kinder, denen es ebenfalls schwerfällt, sich anzupassen. Vielleicht findet man unter ihnen ja neue Freunde.

Dr. Ulrike Paul

Diskussionforum: Pubertät – typisch männlich, typisch weiblich

zum Forum

Artikel Antworten Letzte Antwort
Hier kannst du deine Meinung posten! 4 11.03.2012, hotCOOKIE
buben-mädels 2 20.02.2012, Yemis

zurück

Metanavigation