Typisch männlich, typisch weiblich
Pubertät – auf dem Weg vom Kind zur Frau und zum Mann
Wenn Kinder zu Jugendlichen werden,
sollen sie sich plötzlich wie
„richtige“ Männer und „richtige“
Frauen benehmen. Es erfordert
aber manchmal ganz schön viel Übung, bis es gelingt, die Haarmähne
schwungvoll über die Schulter
zu werfen. Und bevor man mit
seinem männlichen breitbeinigen
Cowboy-Gang die anderen beeindruckt,
sorgt man womöglich zuvor
unfreiwillig für Belustigung.
Was tun aber die Jugendlichen, die
– zumindest in den Augen der anderen
– nicht ausreichend weiblich
oder männlich sind?
Der richtige Mann, die richtige Frau – abhängig von der Zeit?
Die Vorstellungen, wie Frauen und Männer zu sein haben, haben sich im Laufe der Geschichte immer wieder verändert. Lange Zeit war man der Meinung, dass Männer intelligenter wären als Frauen. Seit auch Frauen höhere Schulen besuchen dürfen, haben sie bewiesen, dass dieses Vorurteil keineswegs stimmt. Trotzdem hält sich die Ansicht hartnäckig, dass Frauen die Gefühlvollen und Männer die Vernünftigen sind. So kommt es, dass man sensible Buben, die ihre Traurigkeit offen zeigen, für Schwächlinge hält. Andere Buben sind ganz bestimmt auch manchmal niedergeschlagen. Vor den anderen reißen sie sich aber zusammen. Erst daheim schluchzen sie dann in den Kopfpolster hinein.
Mut zum Eigensinn!
Wer zu seinen Gefühlen steht, beweist
Mut. Besonders dann, wenn
er damit von der Mehrheit abweicht.
Manche Mädchen spielen lieber Fußball
anstatt mit Puppen, und manche
Buben entwickeln eine Leidenschaft
für „Mädchenspiele“.
Dass Frauen am Fußballplatz
durchaus eine gute Figur
machen, hat uns
die letzte Frauen-Fußball-
Weltmeisterschaft
vor Augen geführt. Viele
bekannte Modeschöpfer
sind Männer. Wahrscheinlich
haben auch
sie als Kinder schon gerne
die Garderobe für ihre
Puppen entworfen.
Burschikose
Mädchen und sanfte Buben
gehen den Mitschülern mit gutem
Vorbild voran. Sie machen auch
anderen Hoffnung, dass man sich
gegen den Gruppendruck durchsetzen
kann, wenn man an sich selber
glaubt.
Selbstbehauptung trotz Gruppendruck
Die anderen machen es einem aber
nicht immer leicht, zu sich selbst zu
stehen. Mädchen und Buben schließen
sich zu Cliquen zusammen, in
denen oft strenge Regeln gelten.
Wer sich nicht daran hält, dem droht
der Ausschluss.
Mädchen,
die sich noch nicht für Buben
interessieren, werden als kindisch
abgestempelt. In Bubengruppen
ist plötzlich kein Platz mehr für ein
Mädchen, auch wenn sie gar keine
Tussi ist. Man will ungestört unter
sich sein und beweisen, dass man
den Mädchen haushoch überlegen
ist.
Ausgeschlossen zu werden, tut
weh. Manchmal lohnt es sich, um die
alten Freundschaften zu kämpfen.
Wenn es nicht gelingt, so hilft nur
der Blick nach vorne. In der Klasse
gibt es bestimmt auch andere Kinder,
denen es ebenfalls schwerfällt,
sich anzupassen. Vielleicht findet
man unter ihnen ja neue Freunde.
Diskussionforum: Pubertät – typisch männlich, typisch weiblich
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