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Kalte Füße

Kaiserpinguin © Shutterstock
Wie Kaiserpinguine die antarktischen Stürme überstehen.
Die Antarktis gehört im Winter zu den ungemütlichsten Gegenden der Er-de. Bei Temperaturen bis zu -60° C und Stürmen mit 200 km/h gibt es kaum Lebewesen im Eis des Südpols. Unter diesen extremen Bedingungen brütet ein Vogel sein Ei aus: der Kaiserpinguin.

Zu Beginn des Winters ziehen die Kaiserpinguine vom Meer zu ihren Brutgebieten auf dem Packeis. Nachdem das Weibchen ein Ei gelegt hat, wandert es wieder zurück zum Meer. Das Männchen brütet das Ei alleine aus.

Wärme für das Ei

Bei den tiefen Temperaturen würde das Ei in wenigen Sekunden einfrieren, daher liegt es nicht auf dem Boden, sondern auf den Füßen des Männchens. Darüber stülpt der Pinguin eine Hautfalte, unter der das Ei auf 31° C gehalten wird. Es dauert 62 bis 67 Tage, bis das Ei ausgebrütet ist. In dieser Zeit kann der Pinguin nicht auf Nahrungssuche gehen. Mit dem Anmarsch zum Brutgebiet und der Rückkehr zum Meer sind es etwa 100 Tage, in denen der Pinguinmann nichts zu fressen hat. Er zehrt von seinen Fettreserven und magert von fast 40 Kilogramm auf die Hälfte ab.

Die eisigen Temperaturen lassen sich in einer Kolonie besser ertragen. Dicht zusammengedrängt stehen die Pinguinpapas auf dem Eis. Dabei wechseln sie regelmäßig die Plätze. Im Inneren der Kolonie kann es durch die Körperwärme um 60 Grad wärmer sein als am Rand.

Gegenstromanlage

Man fragt sich, ob Pinguine auf dem Eis keine kalten Füße bekommen. Die Antwort ist erstaunlich: Sie haben kalte Füße, damit sie nicht erfrieren. Das warme Blut, das aus dem Körper kommt, wird auf dem Weg in die Füße in einem Aderngeflecht abgekühlt. Zugleich erwärmt sich in diesem Gegenstromsystem das kalte Blut, das aus den Füßen zurückfließt. So geht keine Wärme verloren.

Wenn das Junge geschlüpft und das Weibchen zurück ist, kann sich der Pinguinpapa den Bauch mit Fischen voll schlagen. Auf seinen Tauchgängen ist er eine Viertelstunde unter Wasser und taucht fast 500 Meter tief.

Ab jetzt wechseln sich die Eltern bei der Nahrungssuche ab. Es muss viel Fisch herangebracht werden, um die Jungen satt zu bekommen. Wenn die Eltern auf Jagd sind, verbringen die Kleinen ihre Zeit in "Kindergärten", wo Junggesellen auf die Kleinen aufpassen. Die Kolonie ist perfekt organisiert. Nur so kann man in der Antarktis überleben.

Peter Meindl

Pinguin

Artenzahl: 18 Arten
Lebensraum: Antarktis und um- liegende Inseln, Küste Chiles
Größe: 0,5 bis 1,3 Meter (Kaiserpinguin)
Nahrung: Fische, Tintenfische, Krebse, Krill
Feinde: als Jungtiere Raubvögel, Zahnwale, Seeleopard
Bedrohung: Klimaerwärmung, Meeresverschmutzung, Tourismus

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