Benutze die Hilfslinks zum Navigieren in diesem barrierefreien Dokument.

Der Siebenschläfer

Siebenschläfer © Marcus Ostermann
Sein Name ist berechtigt: Er macht sieben Monate im Jahr blau.
Der Siebenschläfer hat mehrere Namen: Glis glis, Rellmaus, Bülmaus oder Schlafratz.

Aussehen
„Eichhörnchen-Figur“, aber viel kleiner. Siebenschläfer sehen ungefähr so aus wie Mäuse, die zu groß geraten sind und einen buschigen Schwanz haben. Ihr Körper kann fast 20 Zentimeter lang werden; ihr Schwanz rund 15 Zentimeter. Große Siebenschläfer wiegen 100 bis 120 Gramm.

Den Rücken des Siebenschläfers bedecken graue Haare. Am Bauch ist er heller gefärbt. An der Schnauze hat er lange Tasthaare und um seine Augen läuft ein dunkler Ring.

Heimat
Kälte kann der Siebenschläfer nicht leiden. Deshalb kommt er nur in einigermaßen warmen Gegenden Europas vor: Er klettert durch die Wälder von Süd- und Mitteleuropa, ist aber in England und Skandinavien nicht anzutreffen.

Lebensraum

Am liebsten klettern Siebenschläfer auf Bäumen mit Blättern herum. Deshalb bewohnen sie hauptsächlich Laub- und Mischwälder vom Tiefland bis ins Mittelgebirge. Buchenwälder mag der Siebenschläfer am liebsten. Aber auch in der Nähe von Menschen fühlt er sích recht wohl: Gartenschuppen, Speisekammern und Speicher sind beliebte Ausweichquartiere.

Arten

Siebenschläfer gehören zu den Bilchen, einer Gruppe überwiegend nachtaktiver Nagetiere, die weder Hörnchen noch Maus oder Ratte sind. Vom Siebenschläfer gibt es zahlreiche Unterarten, die nur in bestimmten Regionen vorkommen. Es gibt auch noch andere Bilche außer dem Siebenschläfer. Dazu gehören die Haselmaus, der Gartenschläfer und der Baumschläfer.

Ab ins Traumland

Ausgelöst durch die kürzer werdenden Tage fressen sich die Siebenschläfer im Herbst fett, bekommen ihr Winterkleid und legen sich, zu einer dicken Pelzkugel eingerollt, in einer frostsicheren Erdhöhle schlafen. Die Körpertemperatur sinkt auf wenige Grad, die Atmung auf ein bis drei Züge pro Minute. Im Frühjahr erwacht der Bilch um ein Viertel bis die Hälfte leichter.

Lebenserwartung
Siebenschläfer werden fünf bis neun Jahre alt.

Siebenschläfertag

Der 27. Juni wird zwar auch "Siebenschläfertag" genannt, aber nicht wegen dieser Bilche.
Der 27. Juni wird wegen sieben junger Christen "Siebenschläfer" genannt, die vor ganz langer Zeit, im Jahr 251 nach Christus, in Griechenland lebten. Weil unter Kaiser Decius die christliche Religion verboten war, ließ er die sieben Männer verfolgen. Sie flüchteten in eine Berghöhle. Dort saßen sie in der Falle. Ihre Verfolger entdeckten sie und mauerten sie zur Strafe ein. Weil Gott sie jedoch beschützte, starben sie nicht. Stattdessen schliefen die sieben Männer 195 Jahre - bis man sie am 27. Juni 446 entdeckte und befreite. Darum wurden sie also die "Siebenschläfer" genannt und der 27. Juni nach ihnen benannt.

Über die Jahrhunderte beobachteten die Bauern allerdings, dass der 27. Juni auch ein wichtiger Tag für den Sommer ist. Je nachdem, wie an diesem Tag das Wetter ist, so bleibt es den ganzen Sommer über - meistens zumindest. Weil die Religion damals noch sehr wichtig war, glaubten die Bauern, dass das mit den sieben Schläfern zu tun habe - und erfanden über 1000 Spruchweisheiten dazu. Zum Beispiel: "Siebenschläfer Regen, sieben Wochen Regen."

Weil es noch keine Meteorologen gab, also Menschen, die das Wetter erforschen, konnten die Bauern nicht wissen, was sich Ende Juni wirklich im Himmel abspielt: Vom Nordpol kommt nämlich kalte Luft, die Ende Juni auf tropische Luft aus Afrika trifft. Je nachdem, welche Luft schneller ist, so wird der Sommer: Wenn die kalte Luft schneller ist und als erste die Alpen erreicht, wird das Wetter schlecht. Und wenn es die kalte Luft nur bis zur Küste schafft und die warme Luft dafür ganz Österreich überquert, dann wird der Sommer schön.

Also: Der kleine Siebenschläfer kann nichts dafür, wenn der Sommer ins Wasser fällt...

Mehr Informationen:

www.salzburg.gv.at/siebenschlaefer.htm

de.wikipedia.org

zurück

Metanavigation