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Menschenaffen Asiens

Orang Utan © Shutterstock
Orang-Utans sind durch Lebensraumzerstörung vom Aussterben bedroht. Auf Borneo und Sumatra gibt es nur noch einige tausend Tiere.
In der Stammesgeschichte der Affen muss man 30 Millionen Jahre zurückgehen, um festzustellen, dass bei einer Gruppe von niederen Primaten die Körpergröße zunahm. Und so änderten sie auch die Art, wie sie sich auf Bäumen bewegten. Sie hörten auf, auf Ästen zu balancieren und darauf entlangzulaufen. Stattdessen benutzten sie die Hände, um sich von Ast zu Ast zu schwingen.
So mussten sich längere Arme entwickeln, um möglichst weit reichen zu können. Der Schwanz verschwand, denn er wurde ja zum Balancieren nicht mehr gebraucht. Und da sich die Wirbelsäule senkrecht entwickelte, mussten sich auch Skelett und Muskulatur ändern, um den Körper richtig stützen zu können. So haben sich wohl die ersten Menschenaffen entwickelt.

Orang-Utan heißt Waldmensch

In Asien finden wir die Orang-Utans und die Gibbons. Auf Borneo und Sumatra lebt der große rothaarige Orang-Utan, er ist der schwerste Baumbewohner der Erde. Die Ureinwohner nennen ihn Waldmensch. Das mag wohl mit seinem menschenähnlichen Aussehen zu tun haben. Männchen erreichen ein Gewicht von 100 kg. Wenn sie stehen, sind sie über eineinhalb Meter groß und die Arme haben eine Spannweite von zweieinhalb Metern. Man könnte Orang-Utans als vierhändig bezeichnen, denn an allen vier Gliedmassen haben sie kräftige Finger mit denen sie, vor allem beim Klettern, sehr kräftig zugreifen können.

Ganz große und schwere Tiere haben das Problem, Früchte an dünnen Ästen erreichen zu können. So kann es vorkommen, dass auch Orang-Utans im lockeren Regenwald auf dem Boden zu Fuß unterwegs sind. Ein gefährlicher Spaziergang. Schließlich sind Tiger, Leopard und Nebelparder, in Sumatra sogar der Rothund, ernst zu nehmende Feinde. Vor dem Menschen sind allerdings Orang-Utans nirgendwo sicher, durch das Fällen der Bäume im Regenwald sind sie überall bedroht.

Der Speiseplan

Natürlich werden nicht nur Früchte gefressen. 40 % der Nahrung bestehen aus anderen Pflanzenteilen, aus Rinde und Wurzeln. Die Weibchen sind nur halb so schwer wie die Männchen. Fruchttragende Bäume gibt es selten und weit verstreut im Regenwald und so können Einzelgänger besser überleben als ganze Gruppen. Nach der Paarung trennen sich die beiden Orang-Utans wieder und nach acht bis neun Monaten kommt ein Junges zur Welt, das nur eineinhalb Kilo wiegt. Bis zu drei Jahre bleibt das Jungtier bei der Mutter. Die Geschlechtsreife tritt erst mit etwa sieben Jahren ein.

Hilfe für Orang-Utans

Die Pflege- und Forschungsstation der Borneo-Orang-Utan-Gesellschaft (BOS) in Kalimantan wird vom Tiergarten Schönbrunn finanziell unterstützt und so haben wir in einem Dokumentarfilm von dort auch berichtet. Mich hat erschüttert zu sehen, dass Orang-Utan-Babys, die ihren Müttern geraubt wurden, von Menschen völlig illegal in größeren Vogelkäfigen als Haustiere gehalten werden und dabei ein kümmerliches Dasein fristen. Solche Tiere werden beschlagnahmt, von der BOS gesund gepflegt und, nach einem entsprechenden Training, in geschützten Gebieten wieder angesiedelt.
Ich durfte mithelfen, als solche Tiere kilometerweit in den Urwald zurückgetragen wurden, um dort nach Jahren wieder in Freiheit entlassen zu werden. Das waren schon berührende Momente, aber noch mehr war ich fasziniert, als der Projektleiter Willi Smits plötzlich ein trächtiges Orang-Utan-Weibchen entdeckte, das er sieben Jahre vorher freigelassen und seither nicht mehr gesehen hatte.

Dr. Helmut Pechlaner

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